Das Schweigen der Schützen

(Von Werner Kullmann)

Die billigste Art sich das Wohlwollen der Altparteien zu verdienen sind Stänkereien gegen die AfD. Zumal bei Vereinen, die nicht von ungefähr durch „öffentliche Hände“ ihre Zuschüsse und Steuerfreiheit zugeschustert bekommen. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing, so lautet eine alte Volksweisheit.

Das dachte sich auch der oberste aller Schützenbrüder, ein gewisser Emil Vogt. Mitten im Bundestagswahlkampf teilte er aus: Die hiesige Rheinische Post machte daraus in großer Aufmachung eine Titelgeschichte: Wir stellen verstärkt fest, dass die AfD unsere Bruderschaften und Vereine unterwandern will“, sagt Bundesschützenmeister Emil Vogt. „Wir lassen uns aber nicht vor den politischen Karren der Rechtspopulisten spannen“, betont er. Hier ist der Artikel:https://rp-online.de/nrw/panorama/bhds-schuetzen-distanzieren-sich-von-afd_aid-62311797

 Werner Kullmann, Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland, schrieb daraufhin am 5. September einen Brief an den hiesigen Vorstand der Bruderschaft:

Wir Schützen in Ratingen: Verschwörungstheorie des Deutschen Bundesschützenmeisters und seines BHDS gegen die eigenen Schützen und die AfD

Sehr geehrte Vorstandsmitglieder, lieber Gero,

55 Jahre bin ich jetzt in der Bruderschaft. Du, ich und viele unserer Ratinger Schützenbrüder sind von unseren Vorfahren in die Kompanien regelrecht hineingeboren worden. Das Brauchtum haben wir unter dem Kirchturm, wie unsere Eltern auch, unseren Kindern weitergegeben.

Politik hatte bisher im Schützenwesen draußen zu bleiben. Das galt aber niemals für Meinung.

Ein höchster Repräsentant der Deutschen Schützenbrüder, der Bundesschützenmeister Vogt, machte da schon im letzten Jahr vor den Kommunalwahlen eine unrühmliche Ausnahme. Die Presse zitierte ihn, er wolle Gesinnungsprüfungen für neue Mitglieder einführen, weil der Heimatbegriff viel weiter zu sehen sei, als die AfD (?) ihn für sich instrumentalisiere.

Ich fragte mich damals als Ratskandidat und vorgesehener Fraktionsführer der Ratinger AfD, wie ich denn in der Realität des Zusammenlebens den Heimatbegriff für die AfD gegen die Bruderschaft instrumentalisiere. Instrumentalisierte nicht der Bundesschützenmeister seine Stellung auch gegen meine Wahl? Maos Kulturkampf hat dieses Spitzenpersonal der Schützen erreicht. Das hatten wir schon einmal in den Siebzigern, da hatten die Schützen aber noch (verzeiht mir bitte) Eier. Ein Narr ist, wer nicht erkennt, dass der BHDS Wahlen auf Kosten der Christen in der AfD beeinflussen will. Um die Linken geht es hier nicht. Die Gegner des Schützenbrauchtums sollen damit eingehegt werden. Marsch. Links, links, links…

Herr Vogt meinte, Heimat sei für Schützen nicht der Ort, wo sie geboren und aufgewachsen sind. Sie definiere sich nicht über Herkunft, Hautfarbe und Religion. Das kann man so ohne Heimat meinen, dachte ich, aber was hat das mit mir und der AfD zu tun. Dazu kam noch, das christliche Menschenbild in den Bruderschaften unterscheide sich eindeutig von den Aussagen der AfD. Es solle ein Unvereinbarkeitsbeschluss für Menschen in der AfD geprüft werden.

Da hatte ich früher nichts zu befürchten. Meinen muslimischen Freund Nadir wollte ich schon in den Siebzigern in die Tell bringen. Bier trank er, aber mit der Kirche wollte er nicht, was sollten seine Leute aus dem Moscheeverein denken.

Ist es das heutige christliche Menschenbild, am Tempelberg der ganzen Welt zu zeigen, dass man das Kreuz verleugnet, um es hier mit Haltung allem ausgemachten Bösen entgegen zuschleudern? Das kann der Herr Vogt gutheißen. Da habe ich eine andere Meinung, die ich aber nicht heraushängen lasse wie er.

Mit meinem oder unserem Denken sei die Integration Deutschlands in ein vereintes Europa nicht vereinbar. Damit wird auch mir eine nationalistische Ausgrenzung unterstellt. Richtig ist: Europa ist mein Kontinent, Deutschland mein Land und Ratingen meine Heimat.

Wenn Vogt von Ausgrenzung spricht, meint er noch etwas anderes. Er hätte bestimmt nicht einem alevitischen Kulturverein Räumlichkeiten in seinen Büroräumen angeboten. Das habe ich gemacht, sein vermeintlicher Ausgrenzer.

Jetzt, ein Jahr später zur Bundestagswahl (sic), ist der Unvereinbarkeitsbeschluss des BHDS gegen die Mitglieder der AfD beschlossen.

RP:  Schützenbruderschaften werfen den Rechtspopulisten eine Unterwanderungsstrategie vor.

Was unterwandern wir normalen Schützen? -Die Hoheit des Political Correctness im Zeitgeist nach dem neuen Motto Glaube, Heimat, Haltung?

Was hatte denn die Bruderschaft mit einer politischen Partei bisher zu tun. Gar nichts. Die Schützen konnten doch auch im Karnevalsverein oder in der SPD sein und waren zuallererst Schützen in einer Bruderschaft. Auch konnten sie sich am Stammtisch über alles unterhalten. Darf das jetzt nicht mehr sein wegen einem unterstellten rechten Gedankengut gegen linke Zumutungen, amtlich festgestellt nur in der gesamten AfD, wobei aber jeder Einzelne in Sippenhaft genommen werden darf? Die Gedanken sind frei, hieß es früher einmal in einem unserem Kulturgut zugeschriebenen Lied. Gelten das Wort und der Geist der Bruderschaft heute überhaupt noch bis in die Zukunft?

RP online: Auf Distanz nach Rechts

Lieber Gero,

bei diesen Headlines linksgrüner Linkspopulisten in den Redaktionen werden wir Schützen als Ganzes angegriffen, wir wären ja nach deren Äußerungen schon unterwandert mit rechtem Gedankengut.

Wollen die, bevor sie die Bruderschaften abschaffen, die AfD erst einmal abschaffen? Die Schwesternschaften warten schon auf uns. Das hört sich lustig an, scheint aber Methode zu haben bei der Verteidigung unserer Stadtmauern.

Der Bundesbrudermeister Vogt: “Die AfD versucht permanent uns zu vereinnahmen.“ Ja, von ca. 600 Mitgliedern bei uns sind etwa 60 Mitglieder, Wähler oder Sympathisanten. Wir sind vereinnahmt von unserer Bruderschaft.

Das in Langenfeld beschlossene Positionspapier soll also nach Vogt das Bewusstsein schaffen, dass eine Mitgliedschaft in der christlichen Schützenbruderschaft „unvereinbar“ mit einer Mitgliedschaft in der AfD ist.

Das Positionspapier des BHDS sollte an alle Bruderschaften geschickt werden. Habt Ihr das schon bekommen?

Damit muss ich mal hier etwas gegen dieses Papier entgegnen:

 Liebe Vorstände, lieber Gero,

als ich mich in den siebziger Jahren als 2. Schießmeister der Tell Kompanie engagierte, habe ich als junger Schütze hier zur Werbung neuer junger Mitglieder mein anliegendes „Motivationspapier“ in der Generalversammlung zur Abstimmung gegeben. Grund war, dass wir durch die 68er und deren Schützenschelte („alles Nazis“) jahrelang keine jungen Mitglieder mehr bekamen. Außerdem ritt unser damaliger Oberst Heilbrunner mit der Nahkampfspange und dem Eisernen Kreuz bei unseren Schützenumzügen mit. Meine Studentenfreunde und Mao Verehrer fanden das nicht gut und gingen mich deshalb an (sic). Mein Antrag zu kleinen nach außen sichtbaren Veränderung wurde von der Versammlung mit viel Getöse abgelehnt. Frühere linke Schützenkritiker kamen aber Jahrzehnte später in die Schützenvereine, teils als Politiker. Die Schützen hatten für manche ihren Nutzen. Vielleicht ist der Apparatschik Vogt auch dabei gewesen, um Maos Kulturkampf bei den Schützen zu vollenden. Jedenfalls spaltet er.

Kurz vor seinem Tod brachte mir ein alter Schützenbruder mein über 40-Jahre verschollenes „Pamphlet“, wie er es liebevoll nannte, vorbei. Er hätte damals dafür gestimmt und immer noch Spaß über die damaligen Reaktionen. Übrigens hatte ich nach der Wahl meine Schießschnur, Orden und Ehrenzeichen zeitlebens abgelegt, ich sah damals meine „Uniform“ als Schützentracht. Dann kommt so ein Bundesschützenmeister als linker Kulturkämpfer daher und diskriminiert mich auch noch.

Habe ich mit meinem Brief an Euch jetzt die Bruderschaft unterwandert?

Möchte unser Bundesschützenmeister als Alternative zu den AfD Schützen zur besseren Integration in unsere Gesellschaft afghanische Helfer aufnehmen? Das wäre nach seinen Vorstellungen nur konsequent und christlich. Jede Kompanie nimmt seine eigenen Schutzbefohlenen nach Mitgliederquote auch mehrere auf und kümmert sich. Wer zugeteilt wird, muss integriert werden. Nach den Worten haben Taten zu folgen, oder? Warum nicht einmal versuchen. Ich habe jedenfalls in den Neunzigern Schülern aus dem Kosovo, die keine Deutschkenntnisse hatten, Praktika angeboten. Eine Privatinitiative, ohne Übersetzer und ohne Staatshilfe.

Wenn ich heute ein neues Mitglied werbe, gibt es ab jetzt ein Gesinnungsverhör, weil ich das Mitglied geworben habe? Gilt für andere Schützen bei der Mitgliederwerbung dagegen noch die Bürgschaft?

Ist die Bruderschaft ab jetzt eine politische Partei, mit deren Aufnahmekriterien?Bitte fragt einmal nach, ob wir dann dieser Partei (auch indirekt) noch Beiträge abführen müssen? – Darf ich bis zu meinem Tod noch in der Bruderschaft bleiben, wie mein Vater vorher?

Gerne hätte ich, dass der BHDS diesen Brief von Euch zur Stellungnahme bekäme. Gerne können wir auch Argumente austauschen. Dazu wird es aber, wie ich es auch von der Funke Mediengruppe (Ratinger Wochenblatt) kenne, nicht kommen. Unter diesem Klima kann sich das Schützenwesen langfristig nicht halten. Das ist wohl politisches Kalkül. Wie schwach muss man sein, wenn so etwas  aus den eigenen Reihen einer deutschen Bruderschaftsführung kommt, was mich hier zu dieser Stellungnahme zwingt.

Vielleicht könnt Ihr mir nach den Empfehlungen des Deutschen Bundesschützenmeisters Vogt darauf eine Antwort geben.

Viele liebe Grüße, Euer Schützenbruder Werner Kullmann  

Wie erwartet, fühlt sich der oberste aller Brüder Emil Vogt nicht bemüßigt, irgendeine Antwort zu Papier zu bringen. Daraufhin wendet sich Werner Kullmann am 17. Januar 2022 erneut an seine Schützenbrüder:  

 BHDS Vogt/ RP/ Unterwanderung

 Sehr geehrter Vorstand der St. Seb. Bruderschaft Ratingen, lieber Gero,

 als Euer langjähriger Schützenbruder und Fraktionsvorsitzender einer Partei im Ratinger Stadtrat, freue ich mich auf unser neues Bauvorhaben auf dem Schützenplatz. Wenn das Projekt, wie beim Sportschützen-Schießstand, durch unvorhersehbare Teuerungen den RAT erreichen sollte, werden wir auch dieses Bauvorhaben mit all unserer Kraft unterstützen. Leider hat der Sportschützen-Schießstand nicht die Zustimmung des Rates bekommen, weil sich die Bürger-Union mit den sozialistischen Parteien (dazu gehören auch die Bündnisgrünen) gegen das Schützenbrauchtum solidarisierte. Ich weiß nicht, ob diese Information bei allen im Vorstand angekommen ist.

Jäger, Sportschützen und Schützen stehen unter Beobachtung von medialer Öffentlichkeit und Politik, die ihre gesellschaftliche „Transformation“ gegen ungeliebte Brauchtümer und Schusswaffennutzung weitertreiben werden. Damit das Schützenwesen nicht wie ehemals in der DDR verboten wird, haben sich schon Schützengemeinschaften wie der BHDS der Politik angedient mit einer Grünen Agenda. Die folgt einem klaren spaltenden Feindbild unter den Schützenbrüdern.

 Lieber Gero, Dein Vermittlungsversuch bei Herrn Vogt vom BHDS, mit der Zusendung meines Schreibens und Fragen an ihn, hat wie von mir vermutet nichts gebracht. Der Herr Bundesschützenmeister ist sich zu schade, seine Vorwürfe auch gegen mich und tausende Schützenbrüder wie:“ Unchristlich, menschenverachtend, Fremdenhass schürend, nationalistisch mit falschem Heimatbegriff, Unterwanderung des Schützenwesens“, mit mir zu besprechen. Das ist von seiner Seite aus verständlich, hat er doch seinen Bundesverband politisch mit den Bündnisgrünen unterwandert. Zum Beweis dafür seine öffentlichen Äußerungen gegen Schützenbrüder, die der AfD angehören, besonders vor anstehenden Wahlen. Ebenso als Beweis unter Z des Jahresindex des BHDS, Seite 22 und 2: Bei der BHDS wird hier das Grundsatzprogramm der Bündnisgrünen propagiert (!!!).

Zusätzlich unter dem Motto: „Zwischen Nächstenliebe und rechten Einnahmeversuchen“, wird von der eigenen linken Agenda abgelenkt. Nächstenliebe hat nur er, der Herr Vogt. Sie leuchtet auf alle Bruderschaften. Bei jedem gemeinschaftlichen Auftritt. So geht Politik bei Pharisäern, indem die eigene Bruderschaft, am besten alle Bruderschaften, zu politischen Zwecken missbraucht werden. Herr Vogt äußerte bei der Tagung seines Hauptvorstandes im März 2020: “Die Ausrichtung des BHDS soll als Grundlage für Gespräche und Diskussionen in den rund 1300 Bruderschaften dienen.“ Jetzt weißt Du, was auch auf unsere Bruderschaft zukommt, lieber Gero.

Damit noch nicht genug. Die Bündnisgrünen in Ratingen tun sich gerne mit „Die Partei“ bei Anträgen und Abstimmungen (auch gegen unsere Ratinger Schützen) zusammen. Was dabei herauskommt im Schaukasten des Rathauses, hier im Anhang als Anschlag zur Weihnachtszeit (bitte die hier beigefügte Anlage dazu lesen!), das sind die, die mir und tausenden Schützen unter Hilfe des Herrn Vogt das Christsein absprechen, mit ihrem infamen öffentlichen Handeln.

Das lasse ich nicht auf mir sitzen. Bei dem Plakat vor seinem Rathaus schaut auch unser Bürgermeister als Schützenbruder einfach weg. Mein Schreiben an Euch wegen der unfassbaren öffentlichen Anschuldigungen des Bündnisgrünen Bundesschützenmeisters auch gegen mich werde ich auf unseren Blog-Seiten veröffentlichen. -Das sind ab jetzt meine Einlassungen zur öffentlichen Diskussion, die bisher die Zeitungen wie die RP mit dem Landvogt nur im einseitigen Framing gegen die Schützen in der AfD führen. Als Tellaner sehe ich mich da frei nach Wilhelm Tell, der gegen den Herrn vom Hohen Ross, den Landvogt (nomen est omen) Gessler antritt.

 Ich hoffe, sehr geehrter Vorstand, lieber Gero, wenn Herr Vogt wieder mal seinen scheinheiligen Wahlkampf zur NRW-Wahl machen will, werdet Ihr unterscheiden können, wer denn die Schützen für seine Zwecke unterwandert hat.

 Euer Schützenbruder Werner Kullmann

Autor: hansberndulrich

born 1950, university degree in mathematics, physics. Interested in all topics of natural science, history, politics and economics

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