Nazis töten

so lautete ein  gewollt zweideutiges Wahlplakat im Ratinger Kommunalwahlkampf. Mit Nazis waren natürlich wir gemeint, wir von der AfD. Wir haben zwar mit Nazis soviel gemein wie etwa die Milchkuh mit der Mondfahrt, aber das stört den  politischen Gegner auf seinem ideologisch verblendeten Feldzug  im „Kampf gegen Rechts“  nicht im Geringsten.

Ratinger Wahlplakat

Auch am Ratinger Marktplatz heischten die selbst ernannten Nazi-Häscher großformatig um Aufmerksamkeit:

Zwar versuchten sie später den öffentlichen Mordaufruf zu relativieren. So wollte  mich ein den Nazi-Jägern geneigter Kommentator mit dem Künstlernamen „Konrad Duden“ belehren: „Dies ist ein Satz aus einem Subjekt („Nazis“) und einem Prädikat („töten“). Man nennt dies einen einfachen Aussagesatz. Erst mit dem „!“ würde daraus ein Imperativ.“ Okay, dann schauen wir uns doch mal das nächste Plakat an: „Hier könnte ein Nazi hängen“.

Bingo! Also doch überaus deutlich artikulierte Mordphantasien in den Polit-Wirrköpfen. Wie so etwas  in Wirklichkeit aussehen würde, das zeigt uns das historische Foto der geschändeten Leichen von Benito Mussolini, seiner Geliebten Clara Petacci und seiner Getreuen nach deren Gefangennahme und Ermordung durch kommunistische Partisanen. Vor ihren gewaltsamen Tod wurde die Geliebte des „Duce“ noch von Kommunisten  brutal vergewaltigt. Von ihren „gellenden Hilfeschreien“  und „verzweifeltem Wimmern“  erzählten Zeitzeugen noch Jahrzehnte später.  Hier kann man die Geschichte nachlesen: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9086132.html  Ob sich das unsere  Möchtegern-Henker in Ratingen  gern zum Vorbild nehmen wollen?

Quelle: Wikipedia

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mussolini_e_Petacci_a_Piazzale_Loreto,_1945.jpg?uselang=de

Wir Zwanzigdreizehner

Liebe Freunde,

nein, das ist nicht die Bezeichnung für einen militärischen Truppenteil. Damit meine ich die Veteranen der AfD, die bereits im Jahr 2013 der AfD beigetreten sind. Diejenigen, die wie ich selbst bis heute bei der Fahne geblieben sind. Wir haben eine besondere Verpflichtung, die geistig-moralische Grundlagen unserer Partei, niedergelegt im Grundsatzprogramm, für alle Zukunft vor Zugriff und Verwässerung zu bewahren. Freiheitsstreben, liberales Wirtschaftssystem, nationale Selbstbestimmung, eine Demokratie, die ihren Namen wirklich verdient: Das ist für uns unverhandelbar! Ebenso wie die Ablehnung jeder Ideologie, jeder Form von Totalitarismus und Entmündigung!

Wie haben viele Mitstreiter auf dem steinigen Weg bis zum heutigen Tag verloren: Bernd Lucke, Starbatty, Henkel, Petry, Meuthen, Uwe Junge, Nikolaus Fest, Johanna Cotar und manch andere. Ich gehöre ausdrücklich nicht zu jenen, die sich über diese Verluste freuen, ganz im Gegenteil. Ich stehe noch heute zu meinen damaligen Worten: https://briefe-von-bernd.blog/2015/07/14/afd-in-eigener-sache/ .  Tragisch: Die Genannten verließen uns nicht wegen einer gewandelten inneren Überzeugung. Oftmals fühlten sie sich durch „Parteifreunde“ verraten oder herausgeekelt. Ich erinnere mich noch gut an Uwe Junge, den ich bei Hambacher Fest am 5. Mai 2018 persönlich kennenlernen durfte.  „Widerwärtige Diffamierungen durch politische Gegner, Zerbrechen von Familienbanden und langjährigen Freundschaften, persönliche Angriffe und Vandalismus gegen das Eigentum dann noch von Parteifreunden hinterrücks angepinkelt werden !? Das ist Zuviel!“ So etwa lautete sinngemäß seine Abschiedsbotschaft, wie sie mir noch in Erinnerung blieb.

Bernd Lucke, Frauke Petry und Jörg Meuthen glaubten in einem Anflug von Selbstüberschätzung, außerhalb der AfD mit eigenen Parteigründungen Erfolge einheimsen zu können. Sie alle sind krachend gescheitert. Die Lektion: Es gibt eben keine Alternative außer der Alternative für Deutschland. Die AfD ist die Partei des gesunden Menschenverstandes gegen eine zerstörerische ideologiegetriebene Regierungspolitik, die alles andere im Schilde führt, aber eben nicht „das Wohl des deutschen Volkes“ auf das laut Amtseid alle Regierungsmitglieder verpflichtet werden.

Inzwischen ist unsere Partei stark an Mitgliedern gewachsen, auch im Kreis Mettmann. Umso wichtiger ist es für uns, Kurs zu halten und weder nach links oder rechts vom Weg abzukommen. Für Ewiggestrige, die gerne mit Symbolen einer bösen Vergangenheit kokettieren gibt es eigene Angebote im deutschen Parteienspektrum. Die brauchen wir nicht. Ebenso wenig diejenigen,  die planwirtschaftlichem Gedankengut nachhängen.  Sozialismus und Kommunismus hatten 70 Jahre lang ihre historische Chance. Diese Chance wurde grandios vergeigt, kostete Millionen Menschen das Leben und beraubte jahrzehntelang die Menschen ihrer persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich trotzdem eine Neuauflage wünscht: Auch dafür gibt es Angebote im deutschen Parteienspektrum, aber bitte nicht bei uns.

Es gibt Bestrebungen, das Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland neu zu formulieren. Gegen eine Präzisierung mancher Formulierungen ist sicher nichts einzuwenden. Wir, die alte Garde, haben darüber zu wachen, dass der Wesenskern unserer Partei nicht nur erhalten, sondern gestärkt hervorgeht. Wir wollen, wir müssen regieren, damit dieses Land wieder auf Kurs kommt.

Wir Zwanzigdreizehner: Im Kreis Mettmann sind wir noch genau sechzehn an der Zahl. Eine besondere Verpflichtung.

Beste Grüße,  Euer  Bernd

Marler Impressionen

Liebe Freunde,

Nein, das ist kein Aufguss von dem was ohnehin sattsam über den Wahlparteitag in Marl bekannt ist. Es sind meine eigenen Wahrnehmungen von zwei hitzigen Wahlwochenenden.

Die Enttäuschung begann bereits am Freitagmorgen des 10. Juli. Wir fahren zum Parteitagsgelände und wundern uns. Alles so still, wo bleibt das Empfangskomitee? Keine pöbelnden Antifanten weit und breit, keine krakeelenden Buntblödel? Haben die aufgegeben oder haben die Störaktionen zum Erfurter Parteitag eine Woche zuvor ein so tiefes Loch in die NGO-Kassen gerissen, dass nun für Marl nichts mehr übrigbleibt? Vermutlich letzteres. Um es vorwegzunehme: Am darauffolgenden Tag hatten sich tatsächlich ein paar verwirrte „Demokratiewächter“ vor dem Tor eingefunden und lärmten in gewohnter Manier. Ganze 45 (in Worten: fünfundvierzig) unentwegte Krakeeler hatten sich eingefunden und zogen das sattsam bekannte Programm ab.

In der Halle angekommen gab es tatsächlich überraschendes: Einige bekannte Gesichter von Bundestagsabgeordneten spazierten durch die Reihen. Nanu? Am selbigen Tag fand im Berliner Reichstag doch die wichtige Abstimmung zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (Krankenkassen-Sparpaket) statt? War da seitens unserer Fraktion keine Anwesenheitspflicht um mit vereinter Stimmengewalt gegen diesen Merz-Murks zu opponieren? Immerhin war das Abstimmungsergebnis mit 318 Ja-Stimmen zu 284 Nein-Stimmen im Reichstag relativ knapp. https://afdbundestag.de/gkv-gesetz-ist-der-groesste-kahlschlag-im-gesundheitssystem-in-der-geschichte-der-bundesrepublik/ . Zur Beruhigung: Unser KV-Mitglied, MdB Martin Renner, war an dem Tag pflichtbewusst in Berlin.

Mit der üblichen Verspätung ging es dann endlich los mit dem Programm. Eine Neuerung wurde vorgestellt und breit diskutiert: Ein Belegleser zur Beschleunigung und Unterstützung der Stimmenauszählung. Hier gab es schon Diskussionen. Offenbar waren einige der Versammelten damit gar nicht einverstanden und zweifelten die Eignung des Gerätes an. Ein Vorwurf: Bei der Eignungsprüfung sei ein FDP-Mitglied beteiligt gewesen. Da wurde schon an Verschwörungslegenden gestrickt. Mit einer Engelsgeduld gab der Versammlungsleiter jede erdenkliche Auskunft. Ein ernster Hinweis: Der QR-Code auf jedem Stimmzettel zur Vermeidung von Doppelzählungen dürfe nicht beschädigt werden. Wer das tue, mache seinen Wahlzettel ungültig. Darüber wurde abgestimmt: Mehrheitlich angenommen.

Nachdem sich die Aspiranten für die ersten zehn Listenplätze ohne Gegenkandidaten vorgestellt hatten, konnte der erste Wahlgang als „verbundene Einzelwahl“ starten. Nun sollte sich der Belegleser  im Einsatz bewähren. Überraschung: Es gab doch einige Lausbuben, die gegen die Abmachung im QR-Code herumgekritzelt hatten.  Und noch etwas fiel auf: Der Programmierer der Apparatur war davon ausgegangen, dass AfD-Mitglieder „vernünftig“ abstimmen, will sagen: Zu jedem Kandidaten genau ein Kreuz: Entweder Ja oder Nein oder Enthaltung. Nun hatten einige Lausbuben bei manchen Kandidaten überhaupt nichts angekreuzt. Folge: Beim Stimmenergebnis fehlten dann diese „Leerzeilen“. Ein gefundenes Fressen für die, welche das brave Maschinchen schon vorher in Bausch und Bogen verdammt hatten. Und noch etwas: Das Gerät erkannte auch bei manchen verkritzelten QR-Kästchen immer noch einen gültigen Code. Wie damit umgehen? Schließlich die Entscheidung der Versammlung: Alles von Hand nachzählen.  So ging der erste Tag dahin. Tatsächlich arbeitete die bedauernswerte Zählkommission bis kurz vor Mitternacht um das Ergebnis absolut wasserdicht festzustellen: Martin Vincentz 327 Ja-Stimmen, 143 Nein-Stimmen. Ähnliche Stimmenverhältnisse mit marginalen Abweichungen auch bei den übrigen Kandidaten mit einer Ausnahme: Bei der Nummer 4, Sven Tritschler, wurde es dünn.

Samstag, der 11. Juli: Jetzt endlich ein paar Antifanten vor dem Tor. Wie gesagt; ein erbärmliches Häuflein. In der Halle dann ein paar frische Gesichter: Unsere restlichen Bundestagsabgeordneten, nämlich diejenigen, die Tags zuvor ihrer Pflicht in Berlin nachgekommen waren, trudelten nun ein. Ein freundliches Hallo für unsere Volksvertreter , darunter bekannte Gesichter die wir von Auftritten in unserem Ratingen kennen: Martin Renner, Michael Espendiller, Jochen Haug, Sascha Lensing, Kay Gottschalk usw.     Jetzt beginnen die Wahlduelle: jeweils zwei, gelegentlich mehrere, bewerben sich um denselben Listenplatz: Besonders heftig bei der Glückszahl 13: MdL Klaus Esser gegen MdB Matthias Helferich.  Schon erstaunlich, dass ein Bundestagsabgeordneter in die Niederungen eines Länderparlamentes absteigen will. Immerhin lag er beim ersten Wahlgang nur eine Stimme hinter seinem MdL-Konkurrenten. Erst der zweite Durchgang brachte Klarheit: Klarer Vorsprung für Esser, die Nr. 13 der Reserveliste wird nicht durch den MdB besetzt. Abgesehen von einigen Wortscharmützeln ging es relativ unspektakulär weiter bis Listenplatz 21.  Allerdings: Gelegentlich lief der eine oder andere ans Saal-Mikrofon um sich über Sitznachbarn oder andere Parteifreunde wegen ungebührlichen Verhaltens zu beschweren, verbunden mit der Bitte selbiges ins Protokoll aufzunehmen. Vermutlich wurde bei persönlicher Überempfindlichkeit das eine oder andere kumpelhafte Schulterklopfen als tätlicher Angriff missverstanden. Ich selber habe weder eine körperliche Auseinandersetzung, geschweige denn eine Rauferei wahrgenommen.

Sonntag, der 12. Juli: Keine Antifanten, keine Buntblödel mehr da. Vermutlich hatten die sich bei dem sonnigen Sommerwetter ein Hitzefrei gegönnt. Aufruf für Bewerber für Listenplatz 22.  Der ist plötzlich ganz heiß begehrt. Warum wohl? Eine magische Zahl? Ältere mögen sich noch den Kultfilm „Catch 22“ erinnern, eine verrückte Kriegsparodie. Jedenfalls bewarben sich über neunzig Aspiranten auf diesen Platz und natürlich sagte jeder brav sein Sprüchlein (maximal acht Minuten) auf um die Gemeinschaft der Versammelten von sich und seinem Programm zu überzeugen. Gar nicht so einfach, jeweils eigene Akzente zu setzen, zumal manch völlig unbekannte Personen dabei waren. Entsprechend unterschiedlich war die Qualität der Vorträge.  Mal wurde vom Handy abgelesen, mal vom Papier, mal frei geredet, manchmal der Faden verloren und gestammelt. Eine gute Gelegenheit, ein breites Spektrum von Bewerbern zu vergleichen. Nach meiner Erinnerung war so gegen zehn Uhr abends der Reigen beendet und nun konnten die Wahlzettel mit jeweils 81 Namen gedruckt werden. Dann hieß es: Setzen, jetzt wird gewählt. Da war es kurz vor Elf. Dann ging die vielköpfige Zählkommission ans Werk. Erst am nächsten Freitag wurde das Ergebnis verkündet: Die Nummer 40 hatte die meisten Stimmen bekommen und das Quorum erreicht.

Filibuster: Der Begriff war mir bis dahin nur aus den Seeräubergeschichten, die man als Kind so konsumiert, bekannt. Nun wird die Vokabel auch für ausdauernde Redner verwendet. Angeblich war es die selbstgewählte Zuschreibung der meisten Kandidaten um Platz 22.  Man lernt nie aus. Allerdings: Keiner der Probanden durfte mehr als acht Minuten reden. Da gönnt sich unser Pfarrer bei der Predigt mehr!

Freitag, der 17. Juli:  Noch weniger Buntblödel als Empfangskomitee als in der Woche zuvor. Aber auch bei den Delegierten hatten sich die Reihen gelichtet. Es wurde kolportiert, dass doch einige Filibuster, so etwa hundert an der Zahl,  das Bad im Baggersee den Vorzug gaben vor den ermüdenden Kandidaten-Vorstellungen. Dabei hatte doch unser LaVo in weiser Voraussicht eine weitere Halle angemietet um die erwarteten Heerscharen beim edlen Wettstreit um die nachfolgenden Listenplatze zu beherbergen. Die Vorsicht erwies sich als überflüssig: Für die einzelnen Plätze gab es dann jeweils höchstens zwei Bewerber und so ging der Wahltag zügig voran. Am Ende des Tages waren etwa sechzig Listenplätze vergeben. Optimismus machte sich breit: Werden die bereits getätigten Reservierungen für die Wahlwochenenden Nummer Drei und Vier im September überflüssig?

Samstag, der 18. Juli: Die Reserveliste soll bis zu Listenplatz Achtzig aufgefüllt werden. Sicher ist sicher. Tatsächlich,   alles läuft wie am Schnürchen. Um 16 Uhr ist der Parteitag beendet; ab geht es in das freie, sonnige Wochenende. Mission erfüllt!

Wie gesagt, das ist meine Wahrnehmung des Parteitages. Abgesehen von den paar unbedeutenden, zeitverzögernden Lausbubenstreichen und dem Wettkampf um Platz 22 gab es keine Auffälligkeiten.